In den nächsten Wochen und Monaten bekommen Deutschlands Einwohner eine neue Steuernummer, natürlich vom Bundeszentralamt für Steuern in Bonn. Die Behörden haben am 1. August damit begonnen jedem Bürger der Bundesrepublik Deutschland, welcher amtlich registriert ist eine unveränderliche, persönliche Steuer-Identifikationsnummer (sog. Steuer-ID) zuzuteilen, welche erst 20 Jahre nach dem Tod gelöscht werden soll. In diesem Zusammenhang ergeben sich Fragen zu dem logistischen Aufwand der ganzen Aktion und der damit verbundenen Datensicherheit…

Der Bund der Steuerzahler meldete bereits Bedenken über die zentralseitig gespeicherten Daten der Steuerbehörden an zudem dürfte auf viele Rentner und Vorruheständler eine unangenehme Steuernachzahlung zukommen.

Neugeborene mit Steuernummer?

Was einem logistischen Suizid gleichkommt ist die Vergabe von Steuernummern an Neugeborene und Kleinkinder. Für den Verwaltungsaufwand darf natürlich der Steuerzahler aufkommen. Angeblich soll die neue Steueridentifikationsnummer vor allem mehr Service für den “Kunden”, den Steuerzahler bringen. Jetzt frage ich mich natürlich welchen Service der durchschnittliche Steuerzahler braucht? Die meisten Menschen in Deutschland zahlen eh ganz normal über die Lohnsteuerkarte Ihre Steuer und machen sich wenig Sorgen über die Abgabe und den Service des Finanzamt, dass was da auf den Weg gebracht wird ist ein Datenrechtlicher Super Gau der dem Bürger als Service Mehrwert verkauft werden soll. Nur weil ich als Steuerzahler nun meine “Rechnnung” vom Finanzamt schneller bekomme und Änderungen und elektronische Belege schneller einreichen kann, rechtfertigt das in meinen Augen kein zentralseitig geführtes Steuerregister, auf das sicherlich bald noch mehr Behörden den Zugriff fordern da in diesem der gläserne Bürger eindeutig Identifizierbar ist.

Hiermit wird wieder was vorbei am Bürger auf den Weg gebracht was sonst unter großem Protest schwer möglich gewesen wäre, nämlich die Vernetzung der Rentenkassen, Lebensversicherungen und Versorgungswerke, welche nun flächendeckend ausgezahlte Beträge an den Fiskus melden können.

Vorsicht:

Was dem Bürger so insgesamt als Service verkauft wird ist meistens ein Abbau an den eigenen Rechten und der Sicherheit der Bürger. Zugriff vor allem von Unternehmen, Vater Staat und dem Fiskus werden immer leichter möglich gemacht und ich befürchte einen kompletten Verlust der eigenen Information und meiner Persönlichkeit an sog. als Serviceleistung getarnte Verschlimmbesserungen im Datenschutz.

Es wird Zeit das wir alle uns gegen den Ausverkauf unserer Identität vorgehen, aber pragmatisch gedacht ist es dafür bereits zu spät!

Hier noch ein interessanter Link:

GeschichtsPuls